Frontdoor 2004/0061

Gudd, Martin

Gewitter und Gewitterschäden im südlichen hessischen Berg- und Beckenland und im Rhein-Main-Tiefland 1881 bis 1980

Publikationstyp Dissertation
Fachbereich Fachbereich 22: Geowissenschaften
Erscheinungsjahr 2004
Erscheinungsort Mainz
Abstract
Basierend auf schriftlichen Quellen, hauptsächlich von 1881-
1980 (ohne 1941-50), werden die raum-zeitlichen 
Eigenschaften von Gewittern mit Schäden im südlichen 
hessischen Berg- und Beckenland und im Rhein-Main-Tiefland 
(= UG) herausgestellt. Nach Auswertung des Materials in 
einer Datenbank erfolgt die Intensitätskategorisierung der 
Schadensvorgänge für gewitterbedingte Starkregen erstmals 
anhand der Ähnlichkeitsmerkmale von Folgeerscheinungen, für 
Blitzschlag erstmals nach Schadensaspekten sowie für 
Hagelschlag und Sturm mittels existierender und 
modifizierter Klassifizierungen. Diese Kategorisierungen 
können für alle Beschreibungen von 
Gewitterschadensereignissen in schriftlichen Quellen 
angewandt werden.

Die einzelnen Phänomene zeigen deutlich voneinander 
abweichende Eigenschaften. So treten z.B. Starkregenschäden 
verstärkt im Frühsommer auf, Sturmschäden überwiegend erst 
im Hoch- und Spätsommer. Generell lassen sich zwei 
Jahresmaxima in der Gewitterschadenstätigkeit nachweisen 
(erste Junidekade, zweite Julihälfte). Schwergewitter mit 
Sturm (auch Hagel) aus SW-W verursachen überwiegend Schäden 
im südlichen und westlichen UG, aus W-N meist im nördlichen 
und östlichen UG. Gewitter mit Starkregenschäden dominieren 
im östlichen UG. Nach der hier vorgestellten Methode der 
Schadensschwerpunkte können für Schwergewitter aus dem 
westlichen Sektor (SW-W, W-N) Schwerpunktzugbahnen im UG 
gedeutet werden. 

Es wird die Möglichkeit aufgezeigt, die 
Schadensdatenauswertung auf historische Szenarien zu 
übertragen. Für Interpretation und Rekonstruktion dieser 
für die Belange der Historischen Klimatologie wichtigen 
Vorgänge wird Datenmaterial aus dem zurückreichenden 
Zeitraum bis 1700 verwendet.


Resting upon written sources, mainly from 1881-1980 
(without 1941-50), this work points out the characteristics 
of damage-producing thunderstorms for the main southern 
parts of Hesse (UG=research area). Following the evaluation 
of the material, the classification in intensity categories 
is executed. For the first time this is accomplished for 
rainfall with the help of resemblance features to sequels 
and for lightning strikes by means of damage aspects. The 
categorization for hail and storm damages uses existing 
classifications in varied forms. 

Damages from rainfall occur mainly in the early summertime, 
damages from storms chiefly in the late summertime. Severe 
thunderstorms from the directions SW-W produce damages 
(storm and hail) mainly in the southern and western parts, 
comparable cases from the directions W-N mainly in the 
northern and eastern parts of the UG. Thunderstorms with 
heavy rainfall are dominating in the eastern UG. With the 
new graphic method of displaying the damage centres of the 
storms it is possible to indicate some principal 
thunderstorm tracks. 

Furthermore it is possible to transfer the damage 
evaluation to historic scenarios, which is of great 
importance for the Historical Climatology. For 
interpretation and reconstruction of such cases material is 
applied from the period dating back to 1700.