| Abstract
| Basierend auf schriftlichen Quellen, hauptsächlich von 1881-
1980 (ohne 1941-50), werden die raum-zeitlichen
Eigenschaften von Gewittern mit Schäden im südlichen
hessischen Berg- und Beckenland und im Rhein-Main-Tiefland
(= UG) herausgestellt. Nach Auswertung des Materials in
einer Datenbank erfolgt die Intensitätskategorisierung der
Schadensvorgänge für gewitterbedingte Starkregen erstmals
anhand der Ähnlichkeitsmerkmale von Folgeerscheinungen, für
Blitzschlag erstmals nach Schadensaspekten sowie für
Hagelschlag und Sturm mittels existierender und
modifizierter Klassifizierungen. Diese Kategorisierungen
können für alle Beschreibungen von
Gewitterschadensereignissen in schriftlichen Quellen
angewandt werden.
Die einzelnen Phänomene zeigen deutlich voneinander
abweichende Eigenschaften. So treten z.B. Starkregenschäden
verstärkt im Frühsommer auf, Sturmschäden überwiegend erst
im Hoch- und Spätsommer. Generell lassen sich zwei
Jahresmaxima in der Gewitterschadenstätigkeit nachweisen
(erste Junidekade, zweite Julihälfte). Schwergewitter mit
Sturm (auch Hagel) aus SW-W verursachen überwiegend Schäden
im südlichen und westlichen UG, aus W-N meist im nördlichen
und östlichen UG. Gewitter mit Starkregenschäden dominieren
im östlichen UG. Nach der hier vorgestellten Methode der
Schadensschwerpunkte können für Schwergewitter aus dem
westlichen Sektor (SW-W, W-N) Schwerpunktzugbahnen im UG
gedeutet werden.
Es wird die Möglichkeit aufgezeigt, die
Schadensdatenauswertung auf historische Szenarien zu
übertragen. Für Interpretation und Rekonstruktion dieser
für die Belange der Historischen Klimatologie wichtigen
Vorgänge wird Datenmaterial aus dem zurückreichenden
Zeitraum bis 1700 verwendet.
Resting upon written sources, mainly from 1881-1980
(without 1941-50), this work points out the characteristics
of damage-producing thunderstorms for the main southern
parts of Hesse (UG=research area). Following the evaluation
of the material, the classification in intensity categories
is executed. For the first time this is accomplished for
rainfall with the help of resemblance features to sequels
and for lightning strikes by means of damage aspects. The
categorization for hail and storm damages uses existing
classifications in varied forms.
Damages from rainfall occur mainly in the early summertime,
damages from storms chiefly in the late summertime. Severe
thunderstorms from the directions SW-W produce damages
(storm and hail) mainly in the southern and western parts,
comparable cases from the directions W-N mainly in the
northern and eastern parts of the UG. Thunderstorms with
heavy rainfall are dominating in the eastern UG. With the
new graphic method of displaying the damage centres of the
storms it is possible to indicate some principal
thunderstorm tracks.
Furthermore it is possible to transfer the damage
evaluation to historic scenarios, which is of great
importance for the Historical Climatology. For
interpretation and reconstruction of such cases material is
applied from the period dating back to 1700.
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